Einsatzstelle ausleuchten: Beleuchtung der Feuerwehr

Einsatzstelle ausleuchten: Sichere Beleuchtung bei der Feuerwehr

Bei Verkehrsunfällen, Unwetterschäden und anderen technischen Hilfeleistungen finden viele Arbeiten bei Dunkelheit oder schlechten Sichtverhältnissen statt. Eine ausreichende Beleuchtung erleichtert nicht nur die Rettungsmaßnahmen.
Sie hilft auch dabei, Gefahren frühzeitig zu erkennen und Unfälle innerhalb der Einsatzstelle zu vermeiden.

Das Ausleuchten einer Einsatzstelle ist deshalb eine wichtige taktische Aufgabe.
Dabei kommt es nicht allein auf möglichst viel Licht an. Entscheidend sind eine passende Positionierung,
geringe Blendwirkung, möglichst wenig Schatten und eine sichere Stromversorgung.

Warum müssen Einsatzstellen ausgeleuchtet werden?

Eine gut geplante Beleuchtung erfüllt mehrere Aufgaben:

  • Arbeitsbereiche sichtbar machen
  • Stolperstellen und Hindernisse erkennen
  • Gefahrenbereiche kennzeichnen
  • Rettungswege und Zugänge sichtbar halten
  • Patientenversorgung unterstützen
  • Verkehrsabsicherung ergänzen
  • Orientierung für Einsatzkräfte verbessern
  • Bedienung von Werkzeugen und Geräten erleichtern

Besonders bei der technischen Unfallrettung können Glassplitter, auslaufende Betriebsstoffe,
Fahrzeugteile, Rettungsgeräte und Leitungen zusätzliche Gefahren darstellen.

Welche Bereiche sollten beleuchtet werden?

Eine Einsatzstelle besteht häufig aus mehreren Bereichen mit unterschiedlichen Anforderungen:

Arbeits- und Rettungsbereich

Der eigentliche Arbeitsbereich benötigt eine gleichmäßige und möglichst schattenarme Beleuchtung.
Dazu gehören beispielsweise das Unfallfahrzeug, der Zugang zu einer eingeklemmten Person oder der Bereich,
in dem hydraulische Rettungsgeräte eingesetzt werden.

Bereitstellungsraum und Geräteablage

Auch außerhalb des unmittelbaren Gefahrenbereichs müssen Einsatzkräfte Ausrüstung sicher erkennen und aufnehmen können. Eine gut beleuchtete Geräteablage verhindert Suchzeiten und reduziert Stolpergefahren.

Patientenversorgung

Der Rettungsdienst benötigt ausreichend Licht für Untersuchung, Versorgung und Transport.
Gleichzeitig darf der Patient nicht unnötig geblendet werden.

Verkehrs- und Gefahrenbereiche

Absperrungen, Fahrbahnverengungen und Hindernisse müssen für Verkehrsteilnehmer erkennbar sein.
Arbeitsbeleuchtung ersetzt jedoch nicht die vorgeschriebene Verkehrsabsicherung.

Zugänge und Rettungswege

Wege zwischen Fahrzeugen, Einsatzabschnitten und Bereitstellungsflächen sollten ebenfalls berücksichtigt werden.
Große Helligkeitsunterschiede können die Orientierung erschweren.

Blend- und schattenarm ausleuchten

Ein einzelner, niedrig aufgestellter Strahler erzeugt häufig starke Schatten und blendet Einsatzkräfte.
Besser ist es, Lichtquellen möglichst hoch anzuordnen und den Arbeitsbereich von oben zu beleuchten.

Bei größeren oder verwinkelten Schadstellen können mehrere Lichtquellen aus verschiedenen Richtungen erforderlich sein. Dadurch werden harte Schatten reduziert und verdeckte Bereiche besser sichtbar.

Die Staatliche Feuerwehrschule Würzburg empfiehlt eine möglichst hohe Anordnung der Lichtquelle sowie – abhängig von der Situation – mehrere Beleuchtungssätze oder Großflächenleuchten. Feuerwehr Lernbar: Ausleuchten von Einsatzstellen

Welche Beleuchtungsmittel nutzt die Feuerwehr?

Je nach Fahrzeug und Ausstattung können unter anderem eingesetzt werden:

  • fest eingebauter Lichtmast
  • tragbare Flutlichtstrahler
  • LED-Großflächenleuchten
  • akkubetriebene Arbeitsleuchten
  • Handscheinwerfer
  • Helm- oder Kopfleuchten
  • Beleuchtung einer Drehleiter
  • explosionsgeschützte Leuchten
  • tragbarer oder fest eingebauter Stromerzeuger

Ein Lichtmast ermöglicht eine schnelle großflächige Grundbeleuchtung.
Tragbare Strahler und Akkuleuchten können anschließend gezielt für einzelne Arbeitsbereiche verwendet werden.

Hand- und Kopfleuchten unterstützen einzelne Einsatzkräfte, ersetzen aber keine ausreichende Ausleuchtung
der gesamten Schadstelle.

Sicherer Aufbau von Flutlichtstrahlern

Vor dem Aufbau muss eine geeignete Aufstellfläche ausgewählt werden.
Das Stativ darf den Einsatzablauf nicht behindern und muss gegen Umfallen gesichert werden.

Zu beachten sind unter anderem:

  • ebener und ausreichend tragfähiger Untergrund
  • Abstand zu Fahrzeugverkehr und Arbeitsbereichen
  • Hindernisse, Äste und Freileitungen oberhalb des Stativs
  • sichere Abspannung oder alternative Standsicherung
  • Wind und Witterung
  • stolperfreie Verlegung der Leitungen
  • Schutz von Kabeln vor Überfahren und Beschädigung
  • ausreichender Platz für Abbau und Abkühlen der Geräte

Das Instruktionsblatt der Feuerwehr-Lernplattform Bayern nennt ausdrücklich eine geeignete Aufstellfläche,
die Sicherung des Stativs und eine stolperfreie Leitungsverlegung als wichtige Punkte. Feuerwehr Lernbar: Flutlichtstrahler

Stromversorgung an der Einsatzstelle

Elektrische Betriebsmittel der Feuerwehr dürfen nur entsprechend ihrer vorgesehenen Verwendung und den Herstellerangaben betrieben werden. Stromerzeuger, Leitungsroller und Verteiler müssen aufeinander abgestimmt sein.

Beschädigte Leitungen oder Steckverbindungen dürfen nicht weiterverwendet werden.
Leitungsroller werden entsprechend den Vorgaben vollständig abgewickelt. Nach dem Einsatz
wird die Ausrüstung auf Schäden und Vollständigkeit kontrolliert.

Auch Abgase, Lärm und Wärmeentwicklung des Stromerzeugers müssen bei der Aufstellung berücksichtigt werden.

Beleuchtung in explosionsgefährdeten Bereichen

Bei ausströmendem Gas, Kraftstoffdämpfen, brennbaren Stäuben oder unbekannter
Atmosphäre dürfen nur dafür geeignete Betriebsmittel verwendet werden.

Normale Handscheinwerfer, Akkuleuchten oder Strahler sind nicht automatisch für explosionsgefährdete Bereiche zugelassen.
Die Kennzeichnung und die Einsatzgrenzen des jeweiligen Gerätes müssen bekannt sein.

Häufige Fehler beim Ausleuchten

Typische Probleme sind:

  • Strahler stehen zu niedrig
  • Einsatzkräfte oder Patienten werden geblendet
  • nur eine Fahrzeugseite wird beleuchtet
  • starke Schatten verdecken Gefahren
  • Kabel führen durch Lauf- und Arbeitswege
  • Stative sind nicht ausreichend gesichert
  • Arbeitsbeleuchtung blendet den fließenden Verkehr
  • Abgase des Stromerzeugers ziehen in den Arbeitsbereich
  • einzelne wichtige Bereiche bleiben dunkel
  • ungeeignete Leuchten werden in Gefahrenbereichen verwendet

Die Beleuchtung sollte während des Einsatzes regelmäßig überprüft und an den fortschreitenden Einsatzablauf angepasst werden.

Ausleuchten bei Verkehrsunfällen

Bei einem Verkehrsunfall sollte die Beleuchtung so positioniert werden, dass Rettungskräfte am Fahrzeug arbeiten können,
ohne ständig in die Lichtquelle zu schauen.

Zugleich dürfen entgegenkommende Verkehrsteilnehmer nicht geblendet werden.
Die Fahrzeugaufstellung, Verkehrsabsicherung und Beleuchtung müssen deshalb gemeinsam geplant werden.

Ausleuchten eines Hubschrauberlandeplatzes

Die Vorbereitung eines Landeplatzes erfolgt in enger Abstimmung mit der Leitstelle
beziehungsweise der Hubschrauberbesatzung. Ungeeignet ausgerichtete Strahler können die Besatzung blenden.

Die konkreten Vorgaben der Luftrettungsorganisation und die Anweisungen der Besatzung haben Vorrang.

Häufig gestellte Fragen

Wie hell muss eine Einsatzstelle sein?

Eine allgemeine Helligkeit für alle Einsatzlagen gibt es nicht. Die Beleuchtung muss so gewählt werden,
dass Gefahren erkannt und die notwendigen Arbeiten sicher durchgeführt werden können.

Warum sollten Strahler möglichst hoch stehen?

Eine hohe Position ermöglicht eine Beleuchtung von oben. Dadurch sinkt die Blendwirkung und
der Arbeitsbereich kann gleichmäßiger ausgeleuchtet werden.

Reicht der Lichtmast eines Löschfahrzeugs aus?

Bei kleinen Einsatzstellen kann er ausreichen. Größere, verwinkelte oder mehrseitig zugängliche
Einsatzstellen benötigen häufig zusätzliche Lichtquellen.

Dürfen normale LED-Strahler überall eingesetzt werden?

Nein. In explosionsgefährdeten Bereichen dürfen nur Leuchten verwendet werden,
die für den jeweiligen Bereich geeignet und zugelassen sind.

Ersetzt die Arbeitsbeleuchtung die Verkehrsabsicherung?

Nein. Die Ausleuchtung verbessert die Sicht, ersetzt aber keine Warnleuchten,
Verkehrszeichen, Leitkegel oder sonstigen vorgeschriebenen Sicherungsmaßnahmen.

Schutz und sicherer Grip beim Geräteaufbau

Beim Aufbau von Stativen, Leitungsrollern und Beleuchtungssätzen benötigen Einsatzkräfte Beweglichkeit und sicheren Halt.

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Hinweis: Dieser Beitrag ist eine allgemeine Fachinformation und ersetzt keine Ausbildung nach Feuerwehr-Dienstvorschrift, Unfallverhütungsvorschrift oder Herstelleranleitung.